{"id":1144,"date":"2015-02-18T11:54:22","date_gmt":"2015-02-18T10:54:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textloft.de\/musterbuecher\/?p=1144"},"modified":"2017-05-02T21:30:37","modified_gmt":"2017-05-02T20:30:37","slug":"vom-duft-der-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textloft.de\/musterbuecher\/vom-duft-der-freiheit\/","title":{"rendered":"Vom Duft der Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>Seit im 17.&nbsp;Jahrhundert die ersten Schiffe exotische Bohnen \u00fcber die H\u00e4fen von Venedig, London und Marseille nach Europa brachten, mag sich viel ver\u00e4ndert haben. Die Begeisterung f\u00fcr das braune Getr\u00e4nk namens Kaffee aber bleibt ungebrochen.<\/p>\n<p>Doch warum wurde aus dem duftenden Luxusprodukt mehr als nur eine geliebte Angewohnheit? Warum verkam es nie zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit? Wie konnte es einen so festen Platz in unserem Alltag finden, ohne je an Faszination zu verlieren?<br \/>\nGanze Bibliotheken lie\u00dfen sich mit den Ver\u00f6ffentlichungen f\u00fcllen, die es schon zum Gegenstand hatten: Lifestyle-B\u00fccher f\u00fcr den Couchtisch, Kompendien f\u00fcr den Connaisseur, Blogartikel, wissenschaftliche und medizinische Untersuchungen&nbsp;&ndash; \u00fcber Kaffee liest und schreibt im Grunde jeder.<\/p>\n<p>Kein Wunder: Kaffee kann alles sein, und jeder entscheidet dar\u00fcber, was er darin sehen will.<br \/>\nDer schnelle Energiekick f\u00fcr Zwischendurch wird f\u00fcr viele als Arbeitsmittel oder Werkzeug betrachtet und \u00fcber seine k\u00f6rperlich und geistig anregende Funktion definiert. Als tr\u00f6stlicher und bodenst\u00e4ndiger Vertrauter kann er sich unkompliziert, ehrlich und verf\u00fcgbar geben. Kaffee ist perfekt f\u00fcr den hedonistischen, \u00fcberschw\u00e4nglichen Lebensstil, indem er andere Genussmittel unterst\u00fctzt und hervorhebt. Er begleitet jede Form von Geselligkeit&nbsp;&ndash; die sommerlichen Kuchenrunde am Gartentisch, das Plauderst\u00fcndchen mit Freundinnen auf der Couch, die pr\u00e4chtige Weihnachtstafel. In unserer Vorstellung steht Kaffee nicht zuletzt f\u00fcr die Nostalgie eines idealen Familienlebens, und f\u00fcr fast jeden geh\u00f6rt der Duft des Morgenkaffees zu den fr\u00fchesten Kindheitserinnerungen.<br \/>\nKaffee ist das Sinnbild ganzer Biografien.<\/p>\n<p>Kaffeegeschichten sind immer ganz pers\u00f6nliche Geschichten. Diese Individualit\u00e4t ist dank neuer Produkte in Kapseln oder im K\u00fchlregal in den letzten Jahren noch gr\u00f6\u00dfer geworden und verbindet Trends, die voneinander entfernter nicht sein k\u00f6nnten&nbsp;&ndash; vom gem\u00fctlichen Cocooning bis zum dynamischen Coffee to go.<br \/>\nMit den Barista und der Entdeckung des Kaffees als Tinte und Farbe, der Umwandlung von Verpackungen zu Schmuck und Gem\u00e4lden wurde aus einem vermeintlich allt\u00e4glichen Getr\u00e4nk Kunst.<\/p>\n<p>Kaffee \u00fcberlebt alle Moden, ohne sich wieder neu erfinden zu m\u00fcssen. Er ist eine in sich wandelbare Konstante.<br \/>\nEs liegt wohl in erster Linie daran, dass Kaffee kein Produkt im eigentlichen Sinn ist. Kaffee hat kein festgelegtes Image und keine Zielgruppe. Vielmehr ist er ein lebendiges Rohmaterial, aus dem jeder unabh\u00e4ngig von sozialen Verh\u00e4ltnissen die Welt, die er sich w\u00fcnscht, die zu ihm passt, erschaffen kann.<\/p>\n<p>Der Duft von Kaffee ist also vor allem der Duft von Freiheit und Selbstbestimmung, von Tr\u00e4umen und Hoffnungen, von Lebensfreude und Fantasie.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><strong><em>TEXTDATEN:<br \/>\n<\/em><\/strong><em> Beispiel einer allgemeinen Betrachtung eines Alltagsprodukts als Artikel oder Einleitung f\u00fcr eine Zeitschrift oder ein Themenbuch.<br \/>\n<strong>Themenbereiche:<\/strong> Lifestyle, Zeitgeist, Genuss<br \/>\n<strong>Textart:<\/strong> Kolumne<br \/>\n<strong>Textfarben:<\/strong> kaffeebraun<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit im 17.&nbsp;Jahrhundert die ersten Schiffe exotische Bohnen \u00fcber die H\u00e4fen von Venedig, London und Marseille nach Europa brachten, mag sich viel ver\u00e4ndert haben. 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