Sommerbrot

Ein trockener, harter Geruch drängt sich in den frühen Morgen. Er ist für diese noch kühlen Stunden zu warm und zu schwer, und stört die schüchterne Brise, die behutsam in den Tag einladen möchte und sich bemüht, vorerst vergessen zu lassen, wie heiß er werden wird. Das weiße pudrige Brot, von dem er stammt, liegt schon lange, hell und stumpf, in seinem Weidenkorb, doch scheint es, als könnte es nicht wirklich erkalten, als verpuffe seine Frische sinnlos in der lauen Luft. Die rauhe Kruste gibt sich mürrisch. Blass und müde schickt sie ihre Botschaft über die Terrassen. Es sind einsilbige Worte plumper Trägheit, die Magen und Geist beunruhigen. Lange hallt ihr Echo unter dem immer blaueren Himmel unheilschwer nach.
Gegen Abend aber, wenn die fröhlichen Klänge von Oliven und Langusten, Melone und Tomaten die klappernden Teller erfrischen, versöhnt sich ein knuspriger Duft schimmernd luftiger Leichtigkeit mit der unbändigen Lebenslust des Südens.