Schneeabend

Mit leisem, beinahe lautlosem Groll hatte sich der Schnee die stumpfe Geschäftigkeit eines Wochentags zunutze gemacht.
Es schien, als habe in einem unbeobachteten Augenblick eine dezidiert fleißige List alles Schwarz vom Stein radiert.
Durchbrochene Gewohnheiten verwandelten sich in freudig lebenshungrige Hektik und Freiheitsphantasien.
Der Einbruch der Nacht, der immer mehr letzte Zeichen der Stille entfernte, brachte Wärme in die sonst flüchtigen Lächeln, in die hastigen Abschiede, in die Fenster, in das vertraute Leder der Autositze. Die Stadt nahm die Überraschung bereitwillig an und träumte unter weichen Decken heimlich von aufregenden Zeiten.