Regenwochen am Fenster

Leichte milchige Säure erfüllt kreidegrau den dumpfen Raum, der in der Blässe des kahlen, stumpfen Tages immer unentrinnbarer erstickt. In der Enge der klammen Wände wächst starr die Leere. Hinterlistige Nieseltropfen wischen in stetigem Nebel von den Grabsteinen des leeren Bürgersteigs jeden Alltag. Strohig kalte Feuchte steigt aus versagendem Tee. Der fahle Himmel gibt sich gleichgültig in ewiger Abwesenheit. Blauloser Abend schreitet mit den Stunden voran. Erlösung schwindet gebrochen in die Ferne. Im gläsernen Gefängnis erlöschen hilflos mit der sonst heiteren Nacht naive Träume von Freiheit und Leben.