Leere Hütten

Zwischen Bergen und Feldern, zwischen Hügeln und Landstraßen sind es in den Landschaften des Sommers nicht die Häuser, Kirchen und Schlösser, die den Süden erzählen. Es sind Gebäude, in denen niemand wohnt: verlassene Scheunen, vergessene Hütten, deren löcherige Dächer und zerbrochene Türen längst keinem Hirten mehr Schutz bieten, einsame Schuppen, in denen rostiges Werkzeug und Spinnen sich in heimlicher Eintracht den Raum teilen.
Die Natur verschlingt sie nicht, umschließt sie nie ganz. Sie lehnt sich behutsam an ihre zerbrechlichen Strukturen. Die morschen Dachziegel, die zerfallenden Türen, die dunklen, klaffend blinden Münder einstiger Fenster und Luken strömen hier nicht den bitteren Nachgeschmack des Verfalls aus, sondern eine hypnotische Schönheit, die nichts Rätselhaftes an sich hat, sondern natürlich, schlicht, selbstverständlich, unmittelbar ist, die mit allen Sinnen die Haut berührt.
Wer den Drang verspürt, diese Orte zu erkunden, zu befragen, zu analysieren, wer ihnen mit Neugier begegnet, hat sie nicht verstanden. Sie haben sich das Recht erlebt, in Ruhe gelassen, respektiert und aus der Entfernung bewundert und geliebt zu werden.