Landweg im August

Der Staub vor den hohen verbrannten Gräsern am Straßenrand macht träge. Selbst der Rollsplitt knirscht nur noch dumpf und leise. Die Stille wirkt schwer, müde und krank. In den zu blassen gelblichen Farben zieht sich die schmale Straße bedrohlich von Biegung zu Biegung ins Unendliche. Das fröhlich scheppernde Hoppeln eines alten Autos könnte Leben und Zuversicht in die Hitze bringen. Doch ergießt sich heute der süßlich-scharfe Geruch beißender Kunststoffe zu einem öligen, zäh-lautlosen Fluss, der den Magen bezwingt. Die flachen Felder geben sich hart, abweisend. Der Ausweg scheint in weiter Ferne, unerreichbar, irreal, und unwahrscheinlich. Die Landschaft, die das gleißende Licht erbarmungslos gefangen hält, wird für die nächsten Stunden menschenfremd bleiben und schürt eine unbestimmbare Angst. Mit jedem Meter verschwimmt die Hoffnung auf einen erlösenden Morgen ein wenig mehr zu einem undeutlichen Traum.