{"id":1280,"date":"2015-01-13T11:04:41","date_gmt":"2015-01-13T09:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/?p=1280"},"modified":"2023-12-03T15:13:28","modified_gmt":"2023-12-03T13:13:28","slug":"vom-malen-und-schreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/vom-malen-und-schreiben\/","title":{"rendered":"Vom Malen und Schreiben"},"content":{"rendered":"<p>Die enge Verwandtschaft zwischen Schreiben und Malen thematisiere ich gleicherma\u00dfen auf TextLoft und auf meiner <strong><a href=\"https:\/\/www.kunsttext.de\">K\u00fcnstlerseite<\/a> <\/strong>und ich spreche sie auch in vielen Blogartikeln immer wieder ausf\u00fchrlich an.<br \/>\nDieser unmittelbare Vergleich ist ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Bestandteil meines Selbstverst\u00e4ndnisses. Er ist mein k\u00fcnstlerisches Statement, mein Programm, mein Glaubensbekenntnis und somit ein Leitmotiv meiner Selbstvorstellung.<br \/>\nDoch wie vielschichtig die \u00c4hnlichkeit der Prozesse in beiden Medien tats\u00e4chlich ist, wird auch mir manchmal erst auf Umwegen und fast \u00fcberraschend bewusst.<\/p>\n<p>In letzter Zeit ist mir bei dem Entwurf einiger Artikel f\u00fcr das <strong><a href=\"https:\/\/www.textloft.de\/musterbuecher\/\">Musterb\u00fccher-Blog<\/a><\/strong> aufgefallen, dass die Farbe Braun zur Zeit quantitativ einen erheblichen Platz in meinen Artikeln einnimmt.<br \/>\nBedenkt man, wie Schreiben entsteht, ist es allerdings nicht verwunderlich.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerische Arbeit bedeutet in erster Linie eine \u00fcber l\u00e4ngere Zeit ungew\u00f6hnlich intensive Auseinandersetzung\u00a0\u2013 sei es mit einem Motiv, sei es mit einem technischen sch\u00f6pferischen Mittel.<br \/>\nBei bildenden K\u00fcnstlern impliziert dies eine zuweilen anstrengende, nicht selten qu\u00e4lende bis selbstzerst\u00f6rerische Erforschung. C\u00e9zanne malte unentwegt denselben Berg, Giacometti verzweifelte an der Darstellung des menschlichen Kopfes, Picasso hatte seine Blaue Periode.<br \/>\nWerkzyklen sind in den meisten F\u00e4llen nicht geplant. Sie ergeben sich auf sehr spontane und nat\u00fcrliche Weise aus der unausl\u00f6schlichen Neugier, dem Durst nach Perfektion, dem kindlichen Hei\u00dfhunger nach Details, dem innigen Bed\u00fcrfnis, zu begreifen, zu erfassen, zu entschl\u00fcsseln und zu zeigen. Ist das Interesse einmal geweckt, ver\u00e4ndert sich die Sicht aller Dinge und wird themenzentriert, d.h. immer einseitiger und immer vielseitiger zugleich. Facetten gewinnen an Selbst\u00e4ndigkeit, es beginnt eine Sucht nach der Suche und eine Suche nach der Sucht. Wie in einem Wahn meint der K\u00fcnstler, das Thema \u00fcberall zu finden und zu entdecken. Diese obsessive Verzerrung des Blicks und der Wirklichkeit schenkt ihm im Gegenzug eine enth\u00fcllende Sch\u00e4rfe und Weitsicht. Es ist der Weg des Verstehens und der Erkenntnis \u00fcber die dornigen Pfade der Leidenschaft.<\/p>\n<p>Wenn also die Farbe Braun in diesen Wochen h\u00e4ufiger in meinem Kopf ist, dann zeigt dies vor allem, wie nah Schreiben und Malen einander doch sind, und wie sehr das theoretische Prinzip, das als mein Credo und meine Triebkraft bezeichnet werden kann, manchmal ganz unbewusst gelebt werden kann.<br \/>\nEs ist f\u00fcr mich ein besonders sch\u00f6ner Gedanke, der mich mit den Gleichgesinnten verbindet, die sich wie ich bem\u00fchen, festzuhalten und darzustellen, der meiner Arbeit also Sinn und Halt gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die enge Verwandtschaft zwischen Schreiben und Malen thematisiere ich gleicherma\u00dfen auf TextLoft und auf meiner K\u00fcnstlerseite und ich spreche sie auch in vielen Blogartikeln immer wieder ausf\u00fchrlich an. 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