{"id":1257,"date":"2009-05-18T16:24:07","date_gmt":"2009-05-18T14:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/?p=1257"},"modified":"2017-02-06T14:28:59","modified_gmt":"2017-02-06T12:28:59","slug":"die-re-writing-luge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/die-re-writing-luge\/","title":{"rendered":"Die Re-Writing-L\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p>Viele Textschaffende bieten eine Leistung an, die als <em>Re-Writing<\/em> bezeichnet wird. Doch worum handelt es sich genau? Die Antwort ist einfach: um etwas, was es nicht gibt.<br \/>\nSoll ein Text optimiert werden, handelt es sich um eine Lektoratarbeit. Ist er wirklich so schlecht, dass nichts Brauchbares damit anzufangen ist, ohne Tabula rasa zu machen, hilft es nur, die Inhalte als Stichpunkte zu betrachten und einen ganz neuen Text zu schreiben. Dies ist keine r\u00e4tselhafte, besondere und eigene Leistung, sondern das, was der Texter jeden Tag tut: schreiben.<br \/>\nWer ein Haus komplett abrei\u00dft und auf demselben Grundst\u00fcck ein v\u00f6llig neues baut, ist kein Verbesserungshandwerker, sondern ein Architekt, der seiner ganz normalen Aufgabe nachgeht, und niemand redet hier von <em>Re-Building<\/em>.<\/p>\n<p>Dass der Begriff von Textarbeitern gern benutzt wird, um den Preis f\u00fcr eine komplexe und zeitintensive Lektoratleistung in die H\u00f6he zu treiben, ist nachvollziehbar. Und was der Textdienstleister kann, beherrscht der Kunde wiederum schon lange \u2013 gibt er doch vor, einen fast fertigen Text vorgelegt zu haben, auch wenn nichts davon zu verwenden war.<\/p>\n<p>Vergleicht man hier erneut die Textarbeit mit der Baubranche, k\u00e4me das Re-Writing in etwa dem Entkernen gleich.<br \/>\nEine solche Sanierungsma\u00dfnahme mag aus wirtschaftlicher Sicht f\u00fcr den Bauherrn durchaus legitim sein: Der Gesamtabriss wird gespart, es muss kein Architekt beauftragt werden. Dass es sich um eine aus der (finanziellen) Not geborene L\u00f6sung, um einen Kompromiss handelt, d\u00fcrfte ebenso klar sein \u2013 und meist haben die vier W\u00e4nde, die man zu retten versucht, um den \u00f6konomischen Schaden m\u00f6glichst klein zu halten, selbst schon lange nicht mehr die Qualit\u00e4t, die ein Neubau aufweisen w\u00fcrde. Mit ihren M\u00e4ngeln wird man leben m\u00fcssen und kann nur versuchen, sie einzud\u00e4mmen. Es geht hier um ein &#8222;gerade noch tauglich&#8220;, um eine letzte Rettungsaktion, die sich auch schnell als Milchm\u00e4dchenrechnung erweisen kann. Ganz gleich, wie gut das Ergebnis letztlich sein mag, es handelt sich nicht um ein neues, modernes Geb\u00e4ude, sondern um eine extrem aufwendige Renovierung \u2013 schlimmstenfalls mit allen Nachteilen eines Altbaus.<\/p>\n<p>TextLoft versteht sich als kreativer Raum. Hier wird erdacht, erschaffen und geschrieben \u2013 und nicht aus einer H\u00fclle mit schlechter Bausubstanz gerade noch etwas hinbekommen. Entkernen ist eine Sache der Bauunternehmer und Handwerker, nicht der Architekten und Designer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Textschaffende bieten eine Leistung an, die als Re-Writing bezeichnet wird. Doch worum handelt es sich genau? Die Antwort ist einfach: um etwas, was es nicht gibt. Soll ein Text optimiert werden, handelt es sich um eine Lektoratarbeit. 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