{"id":1075,"date":"2014-07-01T13:26:22","date_gmt":"2014-07-01T11:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/?p=1075"},"modified":"2023-12-10T14:10:53","modified_gmt":"2023-12-10T12:10:53","slug":"die-bezeichnung-textkunstlerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/die-bezeichnung-textkunstlerin\/","title":{"rendered":"Die Bezeichnung &bdquo;Textk\u00fcnstlerin&ldquo;"},"content":{"rendered":"<p>Eine gute Freundin zeigte sich neulich dar\u00fcber \u00fcberrascht, dass ich auf meiner Website als Berufsbezeichnung nunmehr \u201eTextk\u00fcnstlerin\u201c eingetragen habe. Sie schickte sich schon an, mich f\u00fcr ein ganz atypisches und m\u00f6glicherweise neu entdecktes Selbstwertgef\u00fchl zu loben \u2013 vorschnell und ungerechtfertigterweise allerdings, denn es handelt sich dabei um eine sehr pragmatische und offen gestanden ungeliebte Entscheidung und den Versuch, Klarheit zu schaffen.<\/p>\n<p>Als ich das Projekt \u201eTextLoft\u201c ins Leben rief, ging es vor allem darum, Texten und Textk\u00e4ufern einen Raum zu geben, in dem die \u00e4sthetischen Werte, also die Sch\u00f6nheit des Produkts \u201eText\u201c, im Vordergrund stehen. Was f\u00fcr mich ganz selbstverst\u00e4ndlich ist, muss f\u00fcr andere aber nicht notwendigerweise einleuchtend sein \u2013 erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass ich damit einen sehr eigenwilligen und im deutschen Sprachraum erstmaligen Weg gehe.<br \/>\nEine Berufsbezeichnung ist nichts an sich Wichtiges, sie ist nur ein Wort. Nichtsdestotrotz kann sie hilfreich sein, um eine bestimmte Art von Leistung von anderen, mit ihr eng verwandten, abzugrenzen und das eigene Selbstverst\u00e4ndnis in kurzer und pr\u00e4gnanter Form darzulegen.<br \/>\n<strong>Ich bin nicht Schriftstellerin<\/strong>, denn ich schreibe und ver\u00f6ffentliche nichts, was ann\u00e4hernd literarischen Kriterien entspr\u00e4che.<br \/>\n<strong>Ich bin auch nicht Autorin<\/strong> \u2013 auch wenn ich in der Vergangenheit an einigen Publikationen mitgearbeitet habe. Dass ich Kriminalromane schreibe, ist eine Freizeitbesch\u00e4ftigung, die nichts mit einer bezahlten T\u00e4tigkeit zu tun hat.<br \/>\n<strong>Ich bin auch nicht Texterin, Copywriter oder <a href=\"https:\/\/www.textloft.de\/dasblog\/zwischen-kunst-und-chamaeleon\/\">Werbetexterin<\/a><\/strong>. Ich entwickle keine Claims und schreibe nicht nach Vorgaben und einer kurzen Einarbeitungszeit alltagstaugliche Texte zu jedem beliebigen Thema.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Schreiben die Fortsetzung der Innenarchitektur, der Malerei, der Bildhauerei, der Fotografie mit anderen Mitteln.<\/p>\n<p>Wenn ich <strong><a href=\"https:\/\/www.textloft.de\/text\/\">im Auftrag<\/a><\/strong> schreibe, dann in meinem eigenen, erkennbaren Stil und innerhalb einer bestimmten <strong><a href=\"https:\/\/www.textloft.de\/themenportfolio\/\">Auswahl an Themen<\/a><\/strong>, die mit <strong><a href=\"https:\/\/www.textloft.de\/stilportfolio\/\">diesem Stil<\/a><\/strong> harmonieren. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich, wenn ein Maler oder ein Bildhauer gebeten werden, ein Portr\u00e4t oder eine bestimmte Dekoration anzufertigen. Im fertigen Werk bleibt im Rahmen der Auftragsbeschreibung und der W\u00fcnsche des Kunden ihre Handschrift immer pr\u00e4sent, deutlich und unverwechselbar \u2013 auch Jahrzehnte sp\u00e4ter werden das Bild oder die Skulptur m\u00fchelos dem K\u00fcnstler und nicht seinem Auftraggeber zugeordnet. Der Sinn von TextLoft ist es, genau diese Art von Arbeiten zu erschaffen, und in dieser Hinsicht ist mein Ansatz kein prim\u00e4r kaufm\u00e4nnischer, sondern ein k\u00fcnstlerischer &#8211; sei es als <strong><a href=\"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/artketing\/\">Artketing<\/a><\/strong> f\u00fcr Unternehmen oder als Texte f\u00fcr K\u00fcnstler oder Kunst- und Kulturorganisationen oder in meiner Eigenschaft als Kunstschriftstellerin.<\/p>\n<p>Dass ich mich also als Textk\u00fcnstlerin bezeichne, ist zum einen nur ein Wort, weil Berufsbezeichnungen in einer positionss\u00fcchtigen Welt nur einmal verlangt und erwartet werden. Im Inhalt ist diese Bezeichnung wiederum vor allem der Ehrlichkeit geschuldet und soll Interessenten helfen, zu verstehen, was ich ihnen anbieten kann und was sie bei mir nicht bekommen. K\u00fcnstlerische Arbeit ist n\u00e4mlich auch immer mehr oder weniger genregebunden. Ich schreibe keine Sockenbeschreibungen f\u00fcr einen Versandkatalog, blogge nicht \u00fcber elektronische Ger\u00e4te oder Investment. Sehr wohl aber kann ich einem Restaurantbesitzer helfen, seine Spezialit\u00e4ten so vorzustellen, dass der Leser sie zu schmecken meint, Touristen die Stimmen eines ganzen Landes plastisch und greifbar vermitteln. Ich (be)schreibe Stimmungen, lasse Assoziationen entstehen.<br \/>\nIch tue also genau das, was K\u00fcnstler eben tun: Augenblicke und Bilder einfangen und teilen. Und ja: Ein Hinweis auf meine Preisvorstellungen ist diese Berufsbezeichnung auch, denn f\u00fcr 0,02 \u20ac\/Wort arbeite ich nicht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hat meine Arbeit andere Aspekte. Wie <strong><a href=\"http:\/\/www.kunsttext.de\">auf meiner anderen Website<\/a><\/strong> zu sehen ist, arbeite ich auch an Projekten, die weder der Textarbeit im \u00fcblichen Sinne noch der Schriftstellerei zuzuordnen w\u00e4ren. Es sind zweckfreie Texte, die als in sich (ab)geschlossen zu betrachten sind, die ausgestellt oder einzeln als &#8222;l&#8217;art pour l&#8217;art&#8220;-Miniaturen oder Sammlung erworben werden k\u00f6nnen, die keine Geschichte erz\u00e4hlen, nicht ver\u00f6ffentlicht werden, sondern die kleinen und sch\u00f6nen Dinge des Lebens einfach festzuhalten versuchen.<\/p>\n<p>So f\u00fcgt sich ein Mosaik zu einem Begriff zusammen. Wohl f\u00fchle ich mich damit zugegebenerma\u00dfen ganz und gar nicht. Er klingt merkw\u00fcrdig und hochtrabend. Vielleicht sogar ein wenig l\u00e4cherlich. Aber er trifft den Kern der Sache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gute Freundin zeigte sich neulich dar\u00fcber \u00fcberrascht, dass ich auf meiner Website als Berufsbezeichnung nunmehr \u201eTextk\u00fcnstlerin\u201c eingetragen habe. 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