Von Wünschen & Träumen

Der Jahresbeginn ist für viele gemeinhin die Zeit der Vorsätze. Der willkürlich festgelegte Neuanfang soll den Vorwand bieten, Dinge endlich in Angriff zu nehmen oder zu erreichen, zu denen die Motivation ohne diesen künstlich bedeutungsbeladenen Umbruch nicht genügen würde.
Ich kann mit diesem Brauch wenig anfangen.
Für mich ist die Pause zwischen den Weihnachtstagen und dem 1. Januar eher – neben den mit dem geschäftlichen Jahresabschluss verbundenen Pflichten – die Gelegenheit für Luftschlösser, für Träume und Wünsche, Utopien und Märchen, während ich auf den Frühling warte.

Was wäre, wenn …
Was wäre, wenn die Tage länger oder nach Belieben dehnbar wären?
Ich könnte dann alle Blogs führen, die ich schon lange schreiben möchte: ein Jahreszeitenblog, ein Blog über das spannende und vielseitige Thema des Textprofilings und der angewandten Hermeneutik in der Verhaltensanalyse, ein Blog über den Einsatz von Papier, Text und Typographie in Filmen …

Was wäre, wenn die Kunden ihre Rechnungen nicht erst nach der vierten Mahnung bezahlen würden? Es wäre so schön, ruhigen Magens einschlafen zu können.

Was wäre, wenn ich in den USA leben würde? Ich könnte alle Unternehmen, mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde, einfach direkt ansprechen, und kein Gesetz würde es mir verbieten …

Was wäre, wenn der Sommer wieder diesen Namen verdienen würde, wenn er ohne Stürme und Katastrophen verlaufen würde? Es wäre wunderbar, wieder draußen schreiben zu können …

Was wäre, wenn das Jahr faszinierende und belohnende Projekte mit angenehmen und professionellen Partnern bringen würde? Wenn ich die Möglichkeit hätte, mit Monica Bengoa zusammenzuarbeiten?

Mit den ersten Stunden des neuen Jahres, wenn die letzten Lichter des Feuerwerks in dichten Rauchwolken erlöschen und die kalte Winterluft sich auf den Morgen vorbereitet, treiben die Wünsche und Träume in den Januar-Himmel hinauf. Zurück bleibt die spannende Erwartung des wiedererwachenden Alltags.