Herbststimmung

Der Sommer ertrank auf lästige Weise und hat tiefe Narben hinterlassen. Die Zeit, die im TextLoft üblicherweise die der Abschlüsse, der Besinnung, der Einkehr, des Genusses und der verträumten Pläne ist, hat aggressiv und aufdringlich hilflosen Aktionismus gefordert, bevor sie in sich zusammenbrach und jeden wärmenden Trost verweigerte. Gerade aus diesem Frust vielleicht erwuchs das Bedürfnis nach einer neuen Produktivität, die Sehnsucht nach einem vergessenbringenden Erfolgserlebnis. Der Herbst ist ohnehin die Zeit der neuen Wege und der Entscheidungen.
Die Neugestaltung der Homepage und des Blogs gehört ganz sicher zu dem etwas animistischen Versuch, Monate abzustreifen, die sich ihre Denkwürdigkeit auf recht grausamem Wege erstritten hatten.
Diese Rechnung ist aufgegangen. Das neue Layout fühlt sich gut an. Es spiegelt TextLoft farblich und strukturell besser als je zuvor wider. Es ist auch eine gute Brücke, die mit mir und TextLoft als Projekt im Einklang ist, aber auch an die heutigen technischen Anforderungen anknüpft und auf den Leser zugeht.
Zu schreiben ist leicht. Sich selbst vorzustellen dagegen ist ein grausames Spiel aus Überwindung und Verweigerung. So wurde die Seite „ Person”, die so etwas wie ein persönliches Porträt werden sollte, etliche Male neu entworfen. Auch sie steht jetzt – fürs erste jedenfalls.
Dieses neues Zuhause gibt Antrieb – etwa wie eine neue Wohnung oder eine neue Frisur. Es beschwört einen Neuanfang. Gerade jetzt, da das Herbstlaub zum Umbruch mahnt.