{"id":369,"date":"2010-10-31T17:34:49","date_gmt":"2010-10-31T16:34:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textloft.de\/auf-papier\/?p=369"},"modified":"2017-02-06T22:27:23","modified_gmt":"2017-02-06T21:27:23","slug":"empirische-methodologie-zur-prufung-einer-tinte-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textloft.de\/auf-papier\/empirische-methodologie-zur-prufung-einer-tinte-2\/","title":{"rendered":"Empirische Methodologie zur Pr\u00fcfung einer Tinte &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<p><strong>Teil II: Das Grundmuster<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das Grundmuster eignet sich ein DIN-A-4-Blatt am besten.<br \/>\nZun\u00e4chst sollte mit einem fast ges\u00e4ttigten Aquarellpinsel (bzw. einem runden Pinsel guter Qualit\u00e4t) der St\u00e4rke 12 am linken Rand des Blattes eine etwa 3 bis 4 cm breite Tintenspur von oben nach unten gezogen werden. Dies erm\u00f6glicht nicht nur eine erste Beurteilung des Farbtons an sich, hierdurch wird auch sichtbar, wie sich Pigmentdichte und -verteilung auf das tats\u00e4chliche Verhalten im eigenen Schreibger\u00e4t auswirken werden. Ist die Farbintensit\u00e4t im unteren Teil der Spur nicht viel schw\u00e4cher als im oberen Teil, ist auch zu erwarten, dass sich die Farbe sp\u00e4ter relativ konstant in diesem Bereich bewegt. Ist im Gegenteil das Ende der Tintenspur wesentlich heller und erscheint es transparent oder gar w\u00e4sserig, ist anzunehmen, dass die Tinte bei schmaleren Tintenleitern und z.B. F-Federn, aber auch unter Umst\u00e4nden bei sehr schnellem Schreibfluss und sehr langem Schreiben eher der blassen Variante entsprechen wird.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-368 aligncenter\" title=\"cimg9855-01\" src=\"https:\/\/www.textloft.de\/auf-papier\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/cimg9855-012.jpg\" alt=\"cimg9855-01\" width=\"500\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.textloft.de\/auf-papier\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/cimg9855-012.jpg 500w, https:\/\/www.textloft.de\/auf-papier\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/cimg9855-012-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Nicht unwichtig kann die &#8222;Laufl\u00e4nge&#8220; der Tinte sein. Viskosit\u00e4t etwa, oder auch Pigmentierung, haben eine direkte Auswirkung auf Trocknung und Flie\u00dfverhalten. Um zu sehen, ob eine Tinte eher lang- oder kurzl\u00e4ufig ist, sollte versucht werden, einen kleinen Absatz mit dem Glasstift zu schreiben. Die Laufl\u00e4nge einer Tinte steht nicht nur mit dem Verbrauch in Zusammenhang, sondern \u2013 zum Beispiel bei Verwendung einer Stahl- oder Zeichenfeder anstatt eines F\u00fcllfederhalters \u2013 mit dem Schreibkomfort: Je schneller eine Tinte am Glasstift austrocknet, um so h\u00e4ufiger muss sp\u00e4ter auch die Feder eingetaucht oder der Konverter nachgef\u00fcllt werden. Nicht zuletzt droht ein l\u00e4nger nicht benutzter F\u00fcller zu verstopfen. Die Laufl\u00e4nge einer Tinte ist bei weitem nicht allein von ihrer Dichte, sondern auch von vielen anderen chemischen Faktoren abh\u00e4ngig, so dass sich nicht zwangsl\u00e4ufig aus ihrer optischen Erscheinung r\u00fcckschlie\u00dfen l\u00e4sst, wie sie sich beim Schreiben verhalten wird. Der Test mit dem Glasstift ist hier zuverl\u00e4ssiger und im \u00fcbrigen schnell durchzuf\u00fchren: Bereits 3 bis 4 Zeilen gen\u00fcgen, um ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Laufl\u00e4nge der Tinte zu ermitteln.<\/p>\n<p>Bevor mit dem eigentlichen Schreibger\u00e4t getestet wird, sollte gepr\u00fcft werden, wie sich die Tinte unter optimalen Flussbedingungen farblich entwickelt. Hilfreich ist hier das konsequente Schreiben eines l\u00e4ngeren Absatzes oder gar eines ganzen Textes mit der Zeichenfeder. Eventuelle Eigenheiten oder Fehler, die von Feder, Tintenleiter oder Konverter verursacht werden k\u00f6nnten, werden so vollst\u00e4ndig vermieden, und die Tinte zeigt ihr wahres Gesicht, was Farbe, Laufl\u00e4nge, Flie\u00dfverhalten, Geruch und Trocknung betrifft.<\/p>\n<p>Danach sollte ein l\u00e4ngerer Text \u2013 vorzugsweise bis zum unteren Seitenrand \u2013 durchgehend mit dem Schreibger\u00e4t geschrieben werden, in oder mit dem die Tinte sp\u00e4ter verwendet werden soll.<\/p>\n<p class=\"important\">Tipp:<br \/>\nAuf der R\u00fcckseite des Grundmusters Hersteller und Farbe sowie das verwendete Schreibger\u00e4t notieren \u2026 und das Grundmuster archivieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil II: Das Grundmuster F\u00fcr das Grundmuster eignet sich ein DIN-A-4-Blatt am besten. 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